Schulen ans Netz – Probleme wo keine sein sollten

Kommunen und auch die Landesregierungen tun sich immer noch schwer, Schulen mit einer ausreichenden Internetleitung zu versorgen. Oft wird auf Nachfragen erklärt, dass die Anbieter nicht so schnell ausbauen können, Genehmigungen lange dauern oder schlicht keine Glasfaser zu legen ist. Punkt und Ende der Diskussion. Unsere Schulen bleiben also bis auf weiteres in der digitalen Kreidezeit.

Ja, Ausschreibungen dauern und Bauvorhaben sind nicht von Heute auf Morgen umzusetzen. Am Geld scheitere es nicht, hören wir allerorts von den Verantwortlichen für Fördertöpfe. Was aber niemand zugibt ist, dass mit der Anbindung einer Schule an das Highspeed Internet lediglich die Grundlage einer Infrastruktur gelegt ist. Wenn es daran schon hapert, wie sollen die Meilenschritte bei der Umsetzung digitaler Lerninhalte aussehen? Wie ein hybrider Unterricht? Oder gar das Lernen innerhalb virtueller Welten? Man mag es sich nicht ausmalen. Doch darüber wird erst nachgedacht, wenn die Leitung gelegt und angeschlossen ist. Also ein Henne-Ei-Problem.

Doch wir müssen uns damit nicht zufrieden geben. Die Technik des sog. Loadbalancer ist seit Anbeginn des Internets für routbare Datenpakete verfügbar. Also für das gesamte Internet wenn man so will. Ein Loadbalancer bündelt mehrere Zugangsleitungen zu einem Internetzugang. Fällt eine Leitung aus oder ist der Bedarf größer als eine Leitung alleine dafür Kapazität hätte, dann sorgt der Loadbalancer für einen Lastenausgleich (was auch die wörtliche Übersetzung für dieses Gerät wäre). Die Konfiguration von Loadbalancern und Internetleitungen ist komplexer, als eine leistungsstarke Glasfaserleitung zu betreiben. Es müssen mehrere Anbieter konfiguriert und eingebunden werden. Mehr Komplexität bedeutet natürlich auch teurer, aber unter den Beteuerungen, dass es am Geld nicht liegt, sollte dieses das kleinste Problem sein. Wir müssen voranschreiten und die Grundlagen schaffen, also auch gerne mit komplexerer Technik. Und ganz ehrlich: wir haben schon als Studenten ISDN Leitungen mit NT4 und OS/2 zusammengeschaltet, um Netzwerke leistungsstark ins Internet zu bringen – so schwer ist das nicht.

Letztlich gilt das Credo: „Wo ein Wille, da ein Weg“ – Wir sollten alle zur Verfügung stehenden Technologien nutzen, um endlich das GAP der Anbindung unserer Schulen zu schließen, damit unsere Kinder für die digitalisierte Gesellschaft vorbereitet werden können. Mit den Inhalten haben wir immer noch mehr als genug zu tun.

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